Wird aus dem Flughafen Tempelhof der “Flugpark Berlin”?
FLUGHAFENTEMPELHOF.COM, 04.06.2009
Am kommenden Sonntag sind Europawahlen in Berlin - und nur im Bezirk Tempelhof-Schöneberg dürfen die Bürger zwei Kreuze machen: die Bürgerinitiative “Be-4-Tempelhof” hatte die notwendige Zahl Unterschriften für eine bezirksweite Abstimmung unter den Anwohnern des Airports gesammelt und für den “Erhalt Tempelhofs als Weltkulturerbe” geworben.
Zeitgleich erklärt das in Tempelhof ansässige Unternehmen Tempelhof Aviators AG, die bereits Anfang des Jahres ihr Konzept “Flugpark Berlin” vorgestellt hatten, dass sie die Investitionssumme für die Umsetzung des Vorhabens am ehemaligen Zentralflughafen nochmals aufgestockt haben.
Die Bezirksverordnetenversammlung von Tempelhof-Schöneberg (BVV) hatten in dem Begleitschreiben zu den Abstimmungsunterlagen erklärt, dass unter anderem nicht geklärt sei, wer im Falle eines Erfolgs des Bürgerbegehrens “Erhalt Tempelhofs als Weltkulturerbe” zukünftiger Betreiber des Standortes werden könnte. Hierzu bringt sich die Tempelhof Aviators AG mit ihrem bekannten Konzept erneut ins Gespräch und stellt sich als Partner, Pächter und Betreiber mit eigenen finanziellen Mitteln zur Verfügung.
“Wir haben von Anfang an gesagt, dass unser Konzept zum Gebäude und Gelände passen muss, und nicht umgekehrt wie derzeit praktiziert. Der verantwortungsvollen Verknüpfung des Erhalts in Kombination mit einer wirtschaftlich tragfähigen und sinnvollen Entwicklung fühlen wir uns verpflichtet”, sagt Andreas Brühan von Tempelhof Aviators und spielt damit auf die derzeitigen, millionenteuren Abriss- und Umbauarbeiten an, die im Vorfeld der Modemesse Bread & Butter stattfinden.
Das Konzept “Flugpark Berlin” sei in der Vergangenheit intensiv mit der Führung der Berliner Senatskanzlei, dem Luftfahrtreferat sowie dem landeseigenen Vermieter vor Ort, der BIM GmbH, weiterentwickelt worden, heißt es in der heute verbreiteten Erklärung des Unternehmens weiter. Aufgrund der breiten Zustimmung wäre die Investitionssumme im zweistelligen Millionenbereich nochmals deutlich angehoben worden, hieß es weiter.
“Besonders durch die kürzlich bekanntgewordene fällige Übernahmesumme für die Bundesanteile an Gelände und Gebäude sehen wir unser Investitionsvorhaben vor einem äußerst realistischen Hintergrund”, erklärt Dr. Jens Thau, weiterer Vorstand des Unternehmens.
Als begleitende Vorbereitung für die Umsetzung des Konzeptes wurde bereits ein Antrag auf die Umwidmung und Zulassung des Gebäudes und Geländes als abgestuften Flugplatz bei der oberen Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg gestellt. Sollte schlußendlich zu einer Einigung mit dem Berliner Senat kommen, so wäre die Umsetzung des Vorhabens nur noch Formsache, hieß es in Tempelhof heute.
Der Ausgang des Bürgerbegehrens zu Tempelhof am kommenden Sonntag könnte indes darüber entscheiden, ob es auch nochmal eine neue landesweite Abstimmung zu Tempelhof geben wird: denn die Bürgerinitiative “Be-4-Tempelhof” hat es auch geschafft, für eine neue Volksabstimmung genügend Stimmen zu sammeln. Pikanterweise macht der Berliner Senat diese Volksabstimmung von einem Erfolg des bezirksweiten Bürgerbegehrens abhängig - rein rechtlich allerdings ohne entsprechende Grundlage.

