Bewiesen: Tempelhof hat das beste Flugwetter Berlins und sogar Deutschlands
Nichts ist für den Flugverkehr so wichtig wie das Wetter - so lernt jeder Pilot bereits in seiner Ausbildung alles über Wind, Gewitter, Temperaturen - und auch über Eis bzw. Nebel. Bereits bei der Flugvorbereitung muss ein Pilot wissen, wie das Wetter an seinem Zielort sein wird, denn nur dann kann er sicher sein, dass seine Passagiere auch dort ankommen, wohin diese die Reise gebucht haben.
Für Piloten, die nach Berlin fliegen, war das bislang kein Risiko: selbst wenn der Bestimmungsflughafen Schönefeld von Eis und Schnee und Nebel heimgesucht war, gab es immerhin noch zwei weitere Flughäfen in der Stadt, die eine sichere Landung möglich machten. Allgemein galt in der Fliegerei der Satz: “Egal wie das Wetter in Berlin auch ist, einer der drei Flughäfen lässt sich immer anfliegen”. Ein Satz, der schon so manchen Airliner vor einer Ausweichlandung in Leipzig und erbosten Passagieren an Bord bewahrte.
Die Sorge um schlechtes Wetter in Berlin, das für bestimmte Flugzeugtypen und Fluglinien zum Verhängnis werden könnte, ist nicht unbegründet. Jeder Pilot und jeder Randbezirk-Berliner kennt im Frühjahr und gerade im Herbst die sehr hartnäckigen Nebelwetterlagen, die es den Piloten mitunter schwer wenn nicht sogar unmöglich machen, sicher zu landen.
Auch wenn große Flugzeuge mit Autopilot und mit einem elektronischen Landeleitsystem ausgestattet sind: die letzten Meter bis zum Boden fliegt ein Pilot immer noch manuell und muss sich auf das verlassen, was er vor seiner Maschine sieht. Nur mit einer Zusatzausstattung im Flugzeug sowie einer Zusatzausbildung des Piloten ist ein Anflug bei Null Metern Sichtweite bei Nebel erlaubt. Bei kleinen und älteren Flugzeugmodellen ist das nicht der Fall.
Von allen Berliner Flughäfen hat Tempelhof die besten Flugwetterbedingungen.
Dieses Phänomen kommt nicht von ungefähr: BERLIN-TEMPELHOF liegt in der Innenstadt und vor allem höher als die Flughäfen Tegel oder Schönefeld. Wer mit dem Auto den Mehringdamm stadtauswärts fährt, der merkt, dass er stetig bergauf fahren muss, um den Zentralflughafen zu erreichen. Der Aiport liegt auf nämlich auf einem Berg, einem Muränenrand des Urstromtales. Auf dem Flughafengelände in Tempelhof ist es mit unter sogar 5 Grad wärmer als zum Beispiel in Schönefeld. Und so war Tempelhof bei allen nach Berlin fliegenden Piloten stets die “stille Reserve”. Nicht selten war der Zentralflughafen die rettende Landemöglichkeit, wenn in Schönefeld mal wieder dicker Nebel herrschte und kein Anflug möglich war.
Meteorologische Station der FU-Berlin meldet: Schönefeld hat die schlechtesten Wetterbedingungen im Jahresdurchschnitt
Schon im März 1956 hat der Deutsche Wetterdienst eine Untersuchung der Flugwetterbedingungen an den Flughäfen Schönefeld und Tempelhof vorgenommen und verglichen: das Ergebnis ist eindeutig:
Berlin-Tempelhof schneidet in dieser objektiven Statistik am günstigsten ab von allen deutschen Verkehrsflughäfen. Hier (in Tempelhof, Anmerk. d. Red.) sind im Jahresdurchschnitt nur an insgesamt 163 Stunden die Mindestbedingungen nicht erfüllt. Da das Jahr 8760 Stunden umfasst, hatten also die aufgetretenden Flugbehinderungen nur in 2% des ganzen Zeitraumes ihre Ursache in schlechten Wetterverhältnissen in Tempelhof
Die Statistik liegt uns exklusiv vor. Im direkten Vergleich des Flughafens Tempelhof mit Schönefeld schneidet Schönefeld eindeutig schlechter ab und landet im bundesweiten Vergleich nur knapp vor einem als Gebirgsflughafen eingestuften Airport wie Stuttgart-Echterdingen (letzter Platz).
Der Grund dafür ist die Lage des Flughafen Schönefeld: er liegt in einer Senke und sehr nahe am südlichen Baruther Urstromtal, in dem sich kalte Luftmassen bilden und sich nur sehr langsam fortbewegen. Wandert diese kalte Luft über das Gelände des Flughafens in Schönefeld, bildet sich sofort eine dichte undurchdringliche Nebelschicht mit einem Duchmesser mehrerer Stochwerke eines Hochhauses, durch die ein Anflug für Business-Jets, Kleinflugzeuge und nicht entsprechend ausgerüstete Linienflugzeuge schlicht unmöglich ist.
“Dass Tempelhof der Flughafen mit den wenigsten Flugwetterbehinderungen wie zum Beispiel dichter Nebel ist, lässt sich eindeutig wissenschaftlich und physikalisch belegen”, erklärt Friedemann Schenk, Meteorologe bei der FU-Berlin.
Bisher wurden alle betroffenen Flüge bei schlechtem Wetter in Schönefeld direkt auf die Flughäfen Tempelhof oder Tegel umgeleitet. Wenn der BBI als einziger Flughafen in Berlin geöffnet ist, bleibt den Piloten bei schlechtem Wetter nur noch die alternative Landung in Braunschweig oder Leipzig - denn Tempelhof und Tegel gibt es ja dann als Alternative nicht mehr.

