Senat riskiert drohende Dauerschäden am Gebäude

Jeden weiteren Tag wird überdeutlich, wie groß und unübersichtlich das Thema “Zentralflughafen BERLIN-TEMPELHOF” eigentlich wirklich ist - bezogen auf Aufwand, Umfang und Vielschichtigkeit. Ein Flughafen, dem bereits alle möglichen Superlativen zugedacht wurden, stellt sich nun auch im Alltag und in der Pflege in der Zeit ohne Flugbetrieb als fast kaum zu beherrschende Immobilie.

1,2 Kilometer lang, vier Stockwerke oberirdisch und zwei weitere Stockwerke unterirdisch - ein Rohr- und Heizungssystem, das aneinandergefügt einmal durch die ganze Hauptstadt von Ost nach West reichen würde…500 Toiletten, unzählige Klimaanlagen…

Als draußen die Temperaturen weiter Richtung Minusgrade sanken, hat die Berliner Immobilien Management GmbH (BIM) entschieden, den Sparkurs in Bezug auf die laufenden Ausgaben des Gebäudes soweit auszuweiten, dass mehrere Mitarbeiter im gesamten Flughafen herumgingen und in den mehrheitlich ungemieteten Räumen, Säälen und Fluren die Heizungen abstellten.

Das Gebäude des Flughafen BERLIN-TEMPELHOF kühlt langsam auf 0 Grad aus

Jürgen Gastram (68) aus Neukölln war jahrelang Heizungsmechaniker beim Zentralflughafen. Schon in der Zeit, als die Alliierten den Flughafen betrieben, war er für das unübersichtliche und zeitlich bereits stark gealterte Heizungs- und Rohrsystem auf dem Gelände und in dem Gebäude für die Wartung und Reparaturen zuständig.

Nur zu genau erinnert er sich, was passierte, wenn Mitarbeiter im Winter die Büros nach Feierabend allzu schnell verlassen hatten. “Ein ums andre Mal blieb dann über Nacht das Fenster offen - wurde vergessen zu schließen. Und am nächsten Morgen war dann die Heizung geplatzt”.

Gastram bestätigt, dass die Heizkörpereinrichtungen und Rohrsysteme teilweise über 40 Jahre und älter sind. Ein Auskühlen des gesamten Gebäudes hat zur Folge, dass Rohre, die teilweise in den Außenwänden des Mauerwerks verlaufen, ernsthaft beschädigt werden können.

Ein weiteres Problem stellt die von außen unweigerlich eindringende Feuchtigkeit in das Mauerwerk dar. Schimmel und Risse können die Folge sein. Ein auf eine Raumtemperatur von mindestens 15 Grad beheiztes Gebäude ist dieser Gefahr nicht ausgesetzt.

500 Toiletten, die nicht benutzt werden und langsam kaputt gehen

Eine Wassertoilette funktioniert nur dann gut, wenn Sie auch regelmäßig benutzt wird. Doch wie geht das bei einem so großen leerstehenden Gebäude mit über 500 Wasser-WCs? Jeder kennt das, wenn zum Beispiel ein Gäste-WC über Wochen nicht verwendet wird: das Wasser trocknet aus, es bleiben hartnäckige, braune Kalkablagerungen zurück. Diese wieder loszuwerden, bedeutet im Fall des Zentralflughafens 500mal schweißtreibende Scheuerarbeit - nicht nur mit viel Aufwand sondern vor allem mit hohen Kosten verbunden. Im Zweifelsfall wird es einfacher und schneller gehen, sämtliche Toiletten auszutauschen.

Und während die Toiletten langsam austrocknen, kippt das Wasser in den Rohrleitungen des Gebäudes um: “Wasser, das zu lange in den Rohren auf der Stelle steht und nicht verbraucht wird, wird nach ungefähr 3 Tagen schlecht”, weiß Jürgen Gastram. Als Folge müsste bei einer späteren Weiternutzung des Gebäudes alles Wasser in dem umfangreichen und kilometerlangen Wasserleitungssystem durchgelaufen und praktisch entsorgt werden.

Autor: admin
Datum: Mittwoch, 3. Dezember 2008 11:44
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Ein Kommentar

  1. 1

    Dem Senat ist das wohl schnuppe, am liebsten würde man das ganze Gebäude sprengen, so wie das die Koalitions-Genossen von der SED/Der Linken 1950 mit dem Stadtschloß gemacht hatten. Was wohl am schmlimmsten ist, ist, daß die nächsten Wahlen erst in vier Jahren fällig sind, und bis dahin schließen die auch noch Tegel. Das wird dann eng auf der Russenpiste.

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